Geschichte

Wensickendorf ist uraltes Siedlungsgebiet. Vorgeschichtliche Siedlungsstellen lagen vor allem am Rahmer See, der im Mittelalter als „ See Rademer“ bezeichnet wurde. Erstmals erwähnt wird Wensickendorf 1350. In einer in Bautzen ausgestellten Urkunde belehnten die Markgrafen Ludwig der Ältere und Ludwig der Römer den Grafen Ludwig von Lindow mit der Burg Bötzow (späteres Oranienburg ) und vielen umliegenden Dörfern - darunter auch Wensickendorf.

Im Jahre 1376 wurde das gesamte Gebiet im Tausch an Kaiser Karl IV. abgetreten. 1412 gehörte das halbe Dorf zum Lehen derer von Holzendorf, bis Wensickendorf 1450 von dem Adelsgeschlecht derer von Arnim zu Biesenthal übernommen wurde. So blieb es über hundert Jahre lang Arnimscher und danach dem Amt Biesenthal unterstellter Besitz. 1651 wird der Große Kurfürst Eigentümer und der Ort geht in den Besitz des Amtes Bötzow über. Zur selben Zeit erwarb Kurfürstin Louise Henriette den Nachbarort Zehlendorf, um dort holländische Bauern anzusiedeln. Die Zehlendorfer werden von ihr in das Dorf Wensickendorf umgesiedelt.

Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts lebte das Dorf zum größten Teil von der Land- und Forstwirtschaft. Erst 1901, mit der Errichtung eines Bahnhofes und dem Anschluss des Ortes an die Heidekrautbahn, wurde die Landwirtschaft etwas zurückgedrängt. Viele Einwohner nutzen die Verbindung nach Berlin, um dort in Fabriken zu arbeiten. Ab der Jahrhundertwende setzte eine sprunghafte Siedlungsentwicklung in der Gemeinde ein. Aufgrund der erhöhten Nachfrage nach Wohnbauflächen und Erholungsgrundstücken durch Berliner vollzogen sich heftige Bodenspekulationen. In deren Ergebnis wurden Wald- und Wiesenflächen parzelliert und als Bauland zur Verfügung gestellt. Es entstanden neue Ortsteile.

Ein bevorzugtes Wohngebiet lag am Rahmer See. Hier ließen sich zu Beginn der 20ger Jahre namhafte Künstler und Schriftsteller nieder, unter ihnen z.B. Karl Zuckmayer und Rudolf Platte. Der Betrieb der Heidekrautbahn wurde 1983 zunächst eingestellt. Erst 1990 nahm die Niederbarnimer Eisenbahn den Betrieb schrittweise wieder auf.